Julius Paul & Sohn

1893 – 1945 | Bunzlau, Schlesien | jetzt „Boleslawiec“, Polen

Marke vor 1920
Marke vor 1920

Die Töpferei Julius Paul wurde 1893 in Bunzlau Niederschlesien gegründet. Bereits 1900 wurde der Betrieb als Brauntöpferei, Thonröhren- und Chamottewarenfabrik bezeichnet. Die Modernisierung der Betriebseinrichtung war um 1907 abgeschlossen. Neben den herkömmlichen Braun- und Buntgeschirr wurde im grösseren Umfange Ware aus Feinsteinzeug hergestellt.

Marke 1920 - 1945
Marke 1920 – 1945

Paul beschäftigte um 1910 zwanzig Mitarbeiter. Im Jahre 1911 sind die ersten Ausstellungsbeteiligungen von Julius Paul bekannt. 1913 besaß die Fabrik Julius Paul 3 Oefen, 1 Muffel. Die Muffel wurde eingesetzt um Keramik mit Aufglasurmalerei herzustellen. Im Jahre 1913 waren 26 Mitarbeiter beschäftigt und es entstand die Gebrauchs- und Zierkeramik, die mit Hilfe von Gipsformen hergestellt worden ist.

P&S "Schwerter" Marke
P&S „Schwerter“ Marke

Ab 1918 agierten die Bunzlauer Töpferereien und Fabriken in einem Zusammenschluss als Vereinigte Bunzlauer Topfwarenfabrikanten eGmbH. Durch die Anschaffung einer Aerographenanlage (Einsatz zum Farbspritzen), konnten die beim Dekorieren der Keramik erforderlichen Arbeitsschritte rationalisiert und der Arbeitsablauf beschleunigt werden. Innerhalb von 5 Jahren wandelte sich die Dekorpalette.

Exportmarken
Exportmarken

Paul & Sohn stellten 1922 die gesamte Produktion auf Feinsteinzeug um. Feinsteinzeug ist eine Mischung, die bei hoher Brenntemperatur (ca. 1300°C) zu einer Keramik wurde, die feiner, leichter und trotzdem dichter als normales Steingut oder Steinzeug war und deshalb einen Übergang zum Porzellan bildet. Spätestens ab 1926 produzierte die Firma Paul & Sohn Keramik mit angespritztem Fond.

Julius Paul Werbeanzeige
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Im Jahre 1931/32 verstarben die in der Geschäftsführung aktiven Familienmitglieder Anna, Walter und Julius Paul innerhalb weniger Monate. Im Januar 1945 durchbrachen sowjetische Truppen die deutsche Ostfront und drangen u. a. nach Schesien ein. In Trecks flohen die Menschen durch Bunzlau in Richtung Westen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren ca. 60% der Häuser in Bunzlau zerstört. Die Gebäude der Fabrik Paul & Sohn blieben unbeschädigt. Im Juli1945 wurde Bunzlau unter polnischer Verwaltung gestellt. Ende Juni 1945 begann die Ausweisung der restlichen deutschen Einwohner aus Bunzlau.

Quellen: www.porzellan-selb.de |

 

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